Direkt zum Inhalt, zum Hauptmenü, zum Bereichsmenü
Sie sind hier: Startseite > Produkt-Infos > Notebooks > Test: Archiv > Test 2007 > Ergebnisse im Überblick
INCOBS hat im Juni 2007 zum ersten Mal Notebooks auf ihre Tauglichkeit für sehbehinderte Nutzer geprüft. Der Test fand in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungswerk Halle und der Stiftung Warentest statt, die in der Ausgabe Juli 2007 der Zeitschrift "test" und im Internet die Ergebnisse (kostenpflichtig) veröffentlicht hat. Ausgewählt wurden neun Notebooks mit dem Betriebssystem Windows Vista und ein Apple MacBook. Die Notebooks kosten zwischen 1.100 und 1.250 Euro und liegen damit im unteren Bereich der mittleren Preisklasse:
Die Beurteilung der Stiftung Warentest hat gezeigt, dass die getesteten Notebooks für das Surfen im Internet, Abrufen von E-Mails u.ä. durchaus geeignet sind. Doch die Bestnote "Gut" (2,5) lässt auf keine herausragende Leistung der getesteten Geräte schließen.
Unsere Bewertung in Bezug auf die Nutzbarkeit der Notebooks für sehbehinderte Menschen fällt eindeutig negativ aus. Der Grund hierfür: alle Notebooks hatten stark reflektierende Displays.
Wie schon erwähnt, verfügen alle Notebooks über stark spiegelnde Bildschirme. Besonders auffällig war der zusätzlich glänzende Rahmen des Acer Notebooks. Mit Ausnahme des MacBook (13,3 Zoll), handelt es sich um Bildschirme mit einer Displaydiagonale von 15,4 Zoll und WideScreen-Format.
Wie schon bei den Flachbildschirmtests haben wir die Bildschirme mit Vergrößerungssoftware auf Nachzieheffekte untersucht. Gemeint ist damit ein verschwommenes, unscharfes Bild, das bei Bewegung entsteht, z.B. beim Arbeiten mit der Maus oder der Laufschrift der Vergrößerungssoftware. Verantwortlich für den Nachzieheffekt ist in erster Linie die Reaktionsgeschwindigkeit des Bildschirms. Die Reaktionszeit liegt bei den getesteten Notebooks zwischen 15 und 25 ms.
Erwartungsgemäß kam es schon bei der ersten Laufgeschwindigkeitsstufe zu "mittleren", teilweise zu "starken" Nachzieheffekten. Ab der zweiten Laufschriftgeschwindigkeit wurden bei allen Geräten "starke" Nachzieheffekte beobachtet.
Nicht bewertet wurden das Toshiba Notebook und das MacBook, da die Vergrößerungssoftware nicht installiert werden konnte, bei dem Asus gab es durch die Grafikkarte beim Test Schwierigkeiten, der Cursor wurde nicht verfolgt und Buchstaben nicht richtig angezeigt.
In Bezug auf die Interpolation, also der Anpassung an niedrigere Auflösungen als die Optimalauflösung, wurden keine Unterschiede zwischen den einzelnen Notebooks festgestellt. Das Urteil war durchgehend "akzeptabel".
Für sehbehinderte und blinde Menschen ist die Anordnung, Größe und Beschriftung der Tasten und Knöpfe für die Arbeit mit einem Notebook wichtig.
Die Anordnung und Größe der Buchstabentasten entsprechen bis auf einige Ausnahmen dem Notebook-Standard, sind aber keine Full-Size-Tastaturen. Der An-/ Ausschaltknopf unterscheidet sich hinsichtlich Form und Größe zumeist nicht gut von den umliegenden Tasten. Die Markierung der F- und J-Taste, die wichtig für die Orientierung auf den Buchstabenfeld ist, ist bei vier der getesteten Notebooks deutlich, bei fünf Geräten schwach und dem Fujitsu Siemens Notebook sehr schlecht fühlbar.
Positiv fiel die Bewertung der Tasten und Knöpfe für die Notebooks von Samsung und Lenovo aus. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass hier die Fn- und Strg-Tasten umgekehrt angeordnet sind. Positiv aufgefallen ist die Größe der Tastatur des Toshiba Notebooks. Insgesamt schlecht fiel die Bewertung für das HP aus. Hier liegen die Funktionstasten sehr nah an der Sensortaste des Quickplayers, der so schnell versehentlich aktiviert werden kann.
Alle getesteten Notebooks verfügen über ausreichend viele USB-Anschlüsse. Über einen Anschluss für eine Dockingstation und eine passende Dockingstation, die den Anschluss an Peripheriegeräte vereinfacht, verfügen nur das Sony-, das HP- und das Toshiba Notebook.
Aufgrund der verwendeten Bildschirme - sie reflektieren stark und die Reaktionsgeschwindigkeit ist meist zu langsam für die Arbeit mit Vergrößerungssoftware - raten wir sehbehinderten Nutzer von allen getesteten Notebooks ab.
Leider spiegelt sich bei den von der Stiftung Warentest ausgewählten Geräten der Trend der Zeit wieder. Die sogenannten "glare-type" Displays, also glänzende Bildschirme, haben sich zur Zeit auf dem Markt durchgesetzt. Sie liefern zwar einen höheren Kontrast, haben aber das Problem, dass sie bei hellem Außenlicht extrem spiegeln. So erscheinen sie besonders geeignet für das Anschauen von Filmen in abgedunkelten Räumen. Obwohl in Fachzeitschriften und Testberichten immer wieder die glänzenden Displays kritisiert werden, sind diese vor allem bei Privatnutzern anscheinend sehr beliebt.
Sehbehinderten Nutzern raten wir, vorab genau zu erproben, ob ein glänzender Bildschirm in Frage kommt, besonders wenn er für die Arbeit genutzt werden soll. Bei der Suche nach Notebooks , die mit mattem Bildschirm ausgestattet sind, wird man wohl am ersten im "Business-Bereich" fündig. INCOBS wird voraussichtlich im November mit der Stiftung Warentest einen Nachfolgetest durchführen. Wir hoffen, dass wir dann über geeignetere Modelle berichten können.
Auf dieser Seite kommen 7 Begriffe vor, die in unserem Wörterbuch erläutert werden: Cursor, Docking Station, Funktionstasten, Interpolation, Laufschrift, Reaktionszeit und Vergrößerungssoftware.
Letzte Änderung: 05.01.2010 | © 2006 - 2013 DIAS GmbH | Impressum | Barrierefrei?